IBPM 2025 Lauf 3 - Brno
Kurz gesagt: Brünn verlief völlig anders als geplant.
Nach dem Motorschaden in Rijeka bauten wir einen brandneuen Serienmotor in das Ersatzmotorrad und den guten, aber älteren und natürlich stärkeren SSP-Motor in mein A-Motorrad ein. Es blieb einfach keine Zeit, die Motorräder so vorzubereiten, wie wir es normalerweise tun. Nach einer vierwöchigen Geschäftsreise in den USA – und das ausgerechnet an der Westküste – landete ich erst am Freitagabend mit Jetlag und fuhr direkt zur Rennstrecke in Brünn – auch nicht gerade um die Ecke.
Mir fehlte also ein ganzer Trainingstag, und ich hatte zwei Qualifyings, und das war’s.
Tim hatte bereits am Vortag unglaubliche Zeiten gefahren; die Strecke scheint perfekt zu seinem Fahrstil zu passen. Ich mag Brünn, aber Strecken mit starkem Bremsen scheinen mir besser zu liegen.
Müde und völlig erschöpft ging ich ins Qualifying und schlug mich einigermaßen gut. Aber es war mir unmöglich, Tims Zeiten zu erreichen. Stattdessen wurde Stefan Anderson immer stärker.
Es kam noch schlimmer:
Im Training wurde das SSP-Bike beschädigt. Nicht schlimm, aber wir konnten den Motor nicht mehr benutzen.
Von nun an hieß es: mit dem B-Bike und dem Standardmotor fahren. Ja, andere machen das auch – aber zumindest vorne fahren alle mit SSP-Motoren, und die Leistung ist in Brünn definitiv brauchbar. Uns fehlten gut 12 PS.
Aber ehrlich gesagt glaube ich, dass Tim selbst mit dem SSP-Bike im Qualifying in Brünn schwer zu schlagen gewesen wäre. Aber vielleicht hätte ich mich vor Anderson qualifiziert.
So starten wir von P3 ins erste Rennen.
Wie befürchtet, zog Tim davon, und Stefan und ich kämpften um den zweiten Platz. Ich fühlte mich ein bisschen, als würde ich ein Messer in einer Schießerei halten. Ich habe immer versucht, alles auf der Bremse wettzumachen, aber das war schwierig, besonders in Brünn. Letztendlich hatte ich beim Überrunden etwas Pech und Stefan holte sich verdient mit 4/10 Sekunden Vorsprung den zweiten Platz – eine starke Leistung von ihm –, aber mit dem dritten Platz war ich natürlich nicht zufrieden.
Das zweite Rennen wurde von Anfang an von Tim dominiert, gefolgt von Stefan und wieder mir. Diesmal wollte ich den zweiten Platz. Ich konnte mich immer wieder an die Spitze zurückkämpfen. In der letzten Runde plante Stefan nach der letzten Bergaufkurve ein Manöver und stürzte beim Überholversuch. Es tut mir wirklich leid für Stefan – wieder eine starke Leistung.
Ich war mit dem zweiten Platz ganz zufrieden, wenn auch nicht glücklich.
Aber meine Gesamtergebnisse bringen mich bereits in Führung in der Meisterschaft…
Vielleicht reicht es in Oscherleben…